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Nebelschattenschein. Lebenserinnerungen 1922 - 2008

 
G. Junge
Nebelschattenschein. Lebenserinnerungen 1922 - 2008
"Nebelschattenschein", gebrochenes Licht aus Dunst und Helligkeit, rätselhaft, poetisch: So klingt der Titel der "Lebenserinnerungen
1922 - 2008" des Studienrates Dr. Gerhard Junge, Lehrer an der Wilhelm-Raabe-Schule bis 1967. Rätselhaft sind sie nicht, da
wabern keine Erinnerungsnebel. Manche Schatten gibt es und Licht aus einer Poesie allenfalls im Sinne Heinrich Heines: ironisch,
sarkastisch, herausfordernd: "Ein neues Lied, ein besseres Lied, oh Freunde, will ich Euch dichten!" Das intellektuelle Temperament hat
er nicht verloren und süßliche Reime auf sein Leben macht er sich nicht; bittere, ärgerliche, nachdenkliche, glückliche und dankbare
schon.
Kindheit in der Weimarer Republik, Jugend in der Nazizeit, fünf Jahre Soldat, fast ebenso lange Gefangenschaft in Urwald und Sumpf,
danach Studium in Marburg usw. Nein, ein "undsoweiter" sind diese Erinnerungen nicht, sie strömen eben nicht tintenblau aus der Feder
und dann als Strom in aller Ruhe "so weiter" ins breite selbstbewusste Leben des beginnenden Wirtschaftswunders.
Um im Bild zu bleiben: In diesem Strom gibt es Strudel, Inseln, Abstürze und einige Felsbrocken, an denen der Fluss heftig schäumt. Der Leser muss - und soll - sich mancher Mühe unterziehen, um dem Verfasser folgen zu können, wenn der sich immer mal wieder aus dem Fluss auf eine Insel voller Reflexionen stemmt oder den Leser in einen Strudel von wütender Schnodderigkeit taucht, wo dies durch den Wahnsinn der Umstände oder den Schwachsinn des auftretenden Personals geboten ist, also beim Kommiss oder in der Bürokratie.
"Zu spät geschrieben, zu viel vergessen, zu viel verdrängt", diesen Stoßseufzer des Verfassers kann der Leser nicht nachvollziehen. Im
Gegenteil, er wird reichlich mit wunderbarem Erinnerungsstoff versorgt, der sich zwischen Frankfurt/Oder, den Schlachtfeldern des 2. Weltkrieges, dem Ural, Westeuropa, Indonesien, Bremerhaven und Lennestadt im Sauerland angesammelt hat.

Format 17 x 24 cm

 


Erscheinungsjahr: 2010 | Seitenzahl: 330 | ISBN: 978-3-86509-966-2
Stichworte: Belletristik, Nebelschattenschein, Lebenserinnerungen, Historie, Bremerhaven, Wilhelm-Raabe-Schule


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